(21.3.2001) Die Firma Vaillant entwickelt eine gasbetriebene Wärmepumpe auf der Basis des Stoffsystems Zeolith-Wasser. Dieses Gerät bietet eine interessante Alternative zur Elektro-Wärmepumpe sowie zu Gas-Heizkesseln.
Umweltfreundlicher Arbeitsstoff:
Der Feststoff Zeolith, ein keramikähnliches Material aus Aluminiumoxid und Siliziumoxid,
ist ungiftig und nicht brennbar. Er wird seit Jahren in der Waschmittelindustrie als
umweltschonender Phosphatersatz verwendet. Zeolith ist ökologisch in jeder Hinsicht
unbedenklich und bietet damit beste Voraussetzungen für einen Einsatz im Wohnbereich.
Ausserdem ist Zeolith auch hinsichtlich seiner thermodynamischen Eigenschaften bestens
für den Einsatz in einer Wärmepumpe geeignet, da er Vorlauftemperaturen, wie sie bei der
Beheizung und Trinkwassererwärmung erforderlich sind, problemlos ermöglicht.
Die Sorptionstechnik
Der Wärmepumpenprozess basiert auf der Eigenschaft von Zeolith, aufgrund seiner sehr
großen inneren Oberfläche erhebliche Mengen Wasser zu speichern und diese bei Erhitzung
wieder abzugeben. Um diesen Prozess effektiv zu gestalten, läßt man ihn in einem
evakuierten Behälter, dem Wärmepumpen-Modul, ablaufen. Die Erhitzung des feuchten
Zeoliths erfolgt hierbei indirekt über einen Wärmeträger, der von einem Gasbrenner
beheizt wird. Dabei wird das im Zeolith gespeicherte Wasser verdampft und an einem
Wärmetauscher kondensiert, wobei die Kondensationswärme zu Heizzwecken genutzt wird.
Nachdem der Zeolith seine Maximaltemperatur erreicht hat, wird er abgekühlt. Das aus dem
Zeolith entfernte und kondensierte Wasser wird nun durch Einkopplung von Umgebungswärme
bei niedriger Temperatur verdampft und vom abgekühlten Zeolith wieder aufgenommen. Dabei
erwärmt es sich sehr stark. Diese Wärme wird ebenfalls zu Heizzwecken genutzt. Nachdem
das gesamte Wasser wieder im Zeolith gespeichert ist, beginnt der Prozess von neuem.
Hohe energetische Effizienz, der Umwelt zu Liebe
Das Kernstück des Vaillant Heizgerätes sind zwei baugleiche Wärmepumpen-Module, in
denen die verschiedenen Prozessphasen zeitgleich ablaufen. Durch eine serielle
Verschaltung der Module und dem damit verbundenen internen Wärmeaustausch kann der
Wirkungsgrad weiter gesteigert werden. Das Zeolith-Heizgerät von Vaillant gehört damit
zu einer neuen Gasgerätegeneration, die Wärme zur Wohnraumbeheizung und
Warmwasserbereitung mit einem mittleren Jahresnutzungsgrad von 135% zur Verfügung stellt.
Im Vergleich weisen Brennwertgeräte maximale Nutzungsgrade von 108% auf, konventionelle
Heizgeräte erreichen 93%. Das Zeolith-Heizgerät leistet einen maßgeblichen Beitrag zur
Energieeinsparung und Emissionsminderung. Gegenüber der Brennwerttechnik werden 20%, im
Vergleich zu herkömmlichen Niedertemperaturkesseln sogar 30% CO2 eingespart.
Diese Neuentwicklung von Vaillant bietet die Möglichkeit, umwelt- und ressourcenschonend zu heizen, ohne dass der Verbraucher seine Komfortansprüche reduzieren muss. Durch die hohe energetische Effizienz und die Einbindung kostenloser Umweltwärme wird der Nutzer durch niedrige Verbrauchskosten belohnt. Darüber hinaus berücksichtigt das Zeolith-Heizgerät durch den Einsatz bekannter Gas-Heiztechnik auch die Interessen der Fachhandwerker. Dieses innovative Gerät ist besonders für Neubauten und Niedrigenergiehäuser eine interessante Alternative. Modernisierungsmaßnahmen sind aufgrund der Möglichkeit eines Direktanschlusses an die vorhandene Heizungsinstallation kein Problem für den Fachhandwerker.
Das Zeolith-Heizgerät befindet sich zur Zeit noch in der Forschungsphase. Wenn alle weiteren Entwicklungen positiv verlaufen, ist eine Markteinführung im Jahre 2004 realistisch. Mit dieser neuen, attraktiven Heiztechnologie unterstreicht Vaillant seine innovative Ausrichtung und den Anspruch, als Vorreiter zu agieren.
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