(1.3.2009)
Die
Stadt Ludwigshafen am Rhein modernisierte in Zusammenarbeit mit den Technischen
Werken Ludwigshafen (TWL) das Wilhelm-Hack-Museum (Bird's Eye View
im alten Zustand mit der Miro-Fassade) von April 2008 bis Februar 2009 und
erwartet dadurch ein Absinken der jährlichen Betriebskosten von 460.000 Euro auf
190.000 Euro.
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Verantwortlich für die Entwicklung des wirtschaftlichen Konzepts für eine energieeffiziente Modernisierung und auch für die Durchführung war die Luwoge consult, ein Beratungsunternehmen für energieeffizientes Bauen und Tochter des BASF-Wohnungsbauunternehmens Luwoge. Durch das neue Gesamtenergiekonzept liegt das nun erreichte energetische Niveau 40 Prozent unter den staatlichen Vorschriften der Energieeinsparverordnung für Neubauten. Damit konnte die Maßnahme in das Förderprogramm "Niedrigenergiehaus im Bestand für Schulen" der deutschen Energie-Agentur aufgenommen werden, was zur Folge hatte, dass sich die Zinsbelastung der Stadt für die Finanzierung der 4,6 Millionen Euro teuren Maßnahme über die ganze Laufzeit mehr als halbiert.
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Dringend notwendig geworden war die Sanierung des 30 Jahre alten Museums in Sichtbeton-Bauweise nicht nur wegen des hohen Energieverbrauchs, sondern vor allem auch wegen der wiederholten Schäden durch Wassereinbrüche über das marode Flachdach. Außerdem konnten die schwankungsfreien Werte bei Temperatur, Luftfeuchtigkeit und Beleuchtung nicht gewährleistet werden, die für die Substanzerhaltung der Kunstwerke nötig sind und für externe Leihgaben gefordert werden.
Wegen dieser besonderen Bedingungen und weil der Gesamtcharakter der Architektur nicht verändert werden sollte, konnte bei der Suche nach dem optimalen Energiekonzept nicht auf Standardlösungen zurückgegriffen werden. Das Zusammenspiel der Technik bei Kühlung, Beleuchtung und Lüftung musste optimal aufeinander abgestimmt werden, um die Kosten nachhaltig zu senken.
Im ersten Bauabschnitt wurde das Flachdach saniert, indem es mit einer Reihe von sattelförmigen Leichtdächern mit Dämmung aus Neopor überspannt wurde. Deren Neigung ermöglichte die Installation einer Photovoltaikanlage und die Luft zwischen den Dächern bildet außerdem einen Wärmepuffer.
Im zweiten Bauabschnitt wurden die Außendämmung, die Klimatisierung und die Beleuchtung verbessert. An den nicht gedämmten Betonfassaden wurde ein Wärmedämmverbundsystem angebracht.
Die neuen zweifach verglasten Fenster weisen U-Werte von 1,1 bis 1,3 auf und wurden nach entsprechenden Berechnungen einer Passivhaus-Verglasung vorgezogen, weil durch diese weniger Licht eingefallen und damit mehr künstliche Beleuchtung nötig geworden wäre. Diese hätte wiederum mehr Wärme und damit Kühlungsbedarf zur Folge gehabt und die Gesamtenergiebilanz wäre schlechter gewesen als bei der jetzt gewählten Variante. Um möglichst viel natürliches Licht nutzen zu können, aber ungewünschten Wärmeeintrag über die großen Glasflächen zu vermeiden, wurden die Scheiben ausgestattet mit ...
Die bisherige Beleuchtung im Museum wurde komplett ausgetauscht. Das Licht kann nun, je nach Lichtverhältnissen und Bedarf, in Szenarien gesteuert werden, jede Leuchte ist auch einzeln dimmbar. Der ursprüngliche Energieverbrauch wird so auf ca. ein Drittel gesenkt.
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Die ebenfalls kostenintensive Kühlung und Feuchteregulierung mittels elektrischer Damfbefeuchter wurde durch eine regenerative Wärme- und Feuchterückgewinnung sowie Sprühdüsenbefeuchter ersetzt. Die neue Belüftungsanlage soll künftig nicht nur für die richtige Luftfeuchtigkeit und Kühlung sorgen, sondern auch weitgehend für die Beheizung der Räume. Die Raumlufttechnik sucht dazu automatisch die richtige und jeweils energetisch günstigste Variante an Außen- und Umluft beziehungsweise Zu- und Abluft und reagiert direkt auf Daten von Luftqualitätsfühlern im Innenbereich sowie Außeneinwirkungen, wie zum Beispiel Sonneneinstrahlung. Nachdem sich wegen der verbesserten Dämmung kein Schwitzwasser mehr bildet und neue Luftauslässe die Verteilung der Luft verbessert haben, muss nur noch das halbe Luftvolumen bewegt werden. Auch eine jetzt 78-prozentige Wärme- und Feuchte-Rückgewinnung und die Möglichkeiten, den Luftanteil von außen bedarfsgerecht völlig frei zu wählen und außerhalb der Öffnungszeiten auf Umluft zu schalten, sind Kosten senkende Faktoren.
Nach der Neueröffnung verfügt das Wilhelm-Hack-Museum jetzt über ein effizientes Gesamtenergiekonzept, das für andere Museen zum Vorbild für energetisches Sanieren werden könnte, die außerdem von einigen praktischen Erfahrungen profitieren könnten. So wurden Undichtigkeiten am Fassadensockel nur durch den Einsatz von Thermografie entdeckt und konnten so noch während der Bauphase beseitigt werden.
Auch bei den wenigen behutsamen Umbauten parallel zu den Renovierungsmaßnahmen wurde auf Nachhaltigkeit geachtet und z.B. beim neuen Räuchereiche-Parkett von Forbo ein lösemittelfreier Aufbau gewählt.
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