(15.6.2008)
"Die
Deutsche Bauindustrie hat 2007 ihre Position im internationalen Geschäft
nochmals verbessert. Sowohl bei Bauleistung als auch beim Auftragseingang haben
die Unternehmen neue Rekordwerte verbucht. Damit ist die deutsche Bauindustrie
zusammen mit ihren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften zum Weltmarktführer
Frankreich aufgerückt." Mit diesen Worten kommentierte am 11.6. in Berlin der
Präsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, Prof. Dr.-Ing.
Hans-Peter Keitel, die Ergebnisse der verbandseigenen Auslandsbaustatistik.
Danach haben die Bauunternehmen 2007 ihre Bauleistung im Ausland direkt oder
über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften um 28% auf 22,5 Mrd. Euro
gesteigert. Der Auftragseingang aus dem Ausland ist auf hohem Niveau nochmals um
8% auf 27,8 Mrd. Euro gestiegen.
Keitel: "Dieses Ergebnis demonstriert die Leistungsfähigkeit der Deutschen Bauindustrie. Deutsche Bauunternehmen sind zusammen mit ihren Tochter- und Beteiligungsgesellschaften weltweit führend bei komplexen Infrastrukturvorhaben, ingenieurtechnischem Know-how und Projekt-Management. Auftraggeber im Ausland wissen diese Qualität zu schätzen; sie sind deshalb auch - anders als viele deutsche Auftraggeber - bereit, dafür entsprechende Preise zu zahlen."
Immer stärker dominieren nach Aussage Keitels im internationalen Geschäft die Baumärkte in Nordamerika, Asien und Australien. Mittlerweile entfielen 22,6 Mrd. Euro bzw. vier Fünftel des Auftragseingangs auf diese Teilmärkte, davon 12,9 Mrd. bzw. 46% auf Australien, 7,6 Mrd. bzw. 27% auf Nordamerika und 2,1 Mrd. bzw. 8% auf Asien. Dagegen habe der europäische Markt, der noch vor 10 Jahren 40% des internationalen Geschäfts ausgemacht habe, bei stagnierendem Volumen relativ an Bedeutung verloren. Dies sei vor allem auf die Entwicklung in Westeuropa zurückzuführen, während die Auftragseingänge aus den wachstumsstarken MOE-Ländern deutlich zugelegt hätten. Gerade diese Märkte - mit einem Volumen von mittlerweile jährlich über 1 Mrd. Euro - seien auch für den deutschen bauwirtschaftlichen Mittelstand von großem Interesse, während das außereuropäische Geschäft nach wie vor von den großen deutschen Baufirmen betrieben werde.
Mit einem Anteil von rund 90% dominiere immer mehr das Baugeschäft über Tochter- und Beteiligungsgesellschaften die internationalen Aktivitäten, erklärte Keitel. Während dieses Marktfeld 2007 zugelegt habe, sei der "traditionelle" Auslandsbau, also die direkte grenzüberschreitende Bautätigkeit, im Vorjahr leicht zurückgegangen.
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