(7.3.2008; Dach+Holz-Bericht)
Ökobilanzen
sind allgemein akzeptierte Studien, um die potenziellen Umweltauswirkungen von
Produkten transparent zu machen. Ein breites Spektrum an Daten wird dabei in
einem international genormten Verfahren zusammengetragen und bewertet. Im
ökobilanziellen Vergleich von Dachsteinen aus Beton und Dachziegeln aus Ton der
Marke Braas wurden vom Öko-Institut Freiburg die Umweltbelastungen über den
gesamten Entstehungsweg der Produkte erfasst, analysiert und bewertet.
Beginnend mit der Gewinnung und Bereitstellung der Rohstoffe, über die Produktion und die Verpackung bis zum Transport wurden nicht nur einzelne Umweltbelastungen erfasst, sondern alle potenziellen Schadwirkungen in den Umweltmedien Luft, Wasser und Boden zwischen Dachsteinen und Dachziegeln verglichen. Die Ergebnisse der Studie können dabei als markttypisch verstanden werden.
Treibhausgasemissionen für ein Durchschnittsdach mit 160 m² Dachfläche |
Günstig für den Vergleich von Dachsteinen und Dachziegeln im Rahmen einer Ökobilanz sind die identischen, konstruktiven Rahmenbedingungen und Funktionen zum Schutz von Gebäuden und seiner Bewohner gegen witterungsbedingte Umwelteinflüsse. Damit ist sichergestellt, dass keine "Äpfel mit Birnen" verglichen werden.
Im
Rahmen der Sachbilanz wurden die unterschiedlichen Stoff- und Energieströme
systematisch erfasst und in normierten, wissenschaftlichen Verfahren auf
festgelegte Vergleichseinheiten bilanziert. (Bild rechts: Dachsteine bestehen
aus hochwertigem, gewaschenem Sand, zu Zement gebranntem Kalkstein,
Eisenoxidpigmenten und Wasser.)
Wirkungskategorien
Als Wirkungen wurden das Treibhauspotenzial mit den relevanten Emissionen von Treibhausgasen, das Versauerungspotenzial des Bodens durch Schadgase wie SO2, das Eutrophierungspotenzial (Überdüngung) mit dem Eintrag von Nährstoffen wie Phosphor und Stickstoff in Boden und Wasser, sowie das Photooxidantienpotenzial (Smog) als Hauptbestandteil des Sommer-Smogs und das Feinstaub-Risikopotenzial berücksichtigt. Neben diesen Wirkungen auf die Umwelt fanden ergänzend der kumulierte Energieaufwand sowie der Abbau mineralischer Rohstoffe Eingang in die Bewertung.
Dachsteine glänzen in der Ökobilanz
Die vom Öko-Institut Freiburg durchgeführte Studie hat gezeigt, dass Dachsteine gegenüber Dachziegeln signifikant besser abschneiden. Dies lässt sich am Beispiel der CO2-Emissionen für ein Durchschnittsdach verdeutlichen: So fallen in der Betrachtung des gesamten Lebensweges für ein Dach mit Dachsteinen im Vergleich zu Dachziegeln nur 45% der Treibhausgasemissionen an.
Für das Dach eines durchschnittlichen Einfamilienhauses mit 160 m² Dachfläche entstehen bei einer Deckung mit Dachziegeln ca. 3.400 Kilogramm CO2-Äquivalente, bei Dachsteinen sind dies nur ca. 1.550 Kilogramm. Dieser drastische Unterschied ergibt sich insbesondere aus der günstigeren Energiebilanz und damit verbunden auch den geringeren CO2-Emissionen des Dachsteins bei der Produktion.
Zusammenfassung der Ergebnisse |
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Besonders deutlich wird diese Relation bei einer rechnerischen Betrachtung für den deutschen Dachmarkt. Wären im Jahre 2006 alle mit Dachziegeln eingedeckten Dächer mit Dachsteinen eingedeckt worden, dann hätte dies einer reduzierten Belastung der Umwelt mit Treibhausgasen von ca. 470.000 Tonnen entsprochen. Wäre der Dachstein nicht erfunden worden, so wäre im Vergleich unsere Atmosphäre heute um 20 Mio. Tonnen reicher an CO2.
Fazit: Aus Sicht des Öko-Institutes wurde der Schluss gezogen, dass Dachsteine aus Umweltsicht Dachziegeln vorzuziehen sind.
Übrigens: Im Rahmen der Dach+Holz haben Monier bzw. Braas (zur Erinnerung siehe Beitrag vom 28.11.2007) und Nelskamp, beide sind Hersteller von Betondachsteinen und Dachziegeln, in einer gemeinsamen Pressekonferenz die "Innovativen Oberflächen für den Dach-Stein" vorgestellt und sind dabei der Frage nachgegangen "Wie ein Dach 'for ever young' bleibt" - siehe auch Beiträge:
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