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Neuer Betriebskostenspiegel für Deutschland

(17.12.2006) Nebenkosten, Betriebskosten, Betriebskostenspiegel, Deutscher Mieterbund, 2. Miete, Betriebskostenabrechnung, zweite Mieter, Heizkosten, Grundsteuer, Müll, Straßenreinigung, Müllgebühren, Energiepreissteigerungen, Strom, Wasser, Abwasser"In Deutschland müssen Mieter durchschnittlich 2,74 Euro pro Quadratmeter im Monat für die so genannte zweite Miete zahlen", erklärte Dr. Franz-Georg Rips, Direktor des Deutschen Mieterbundes (DMB), Mitte Dezember auf einer Pressekonferenz in Berlin anlässlich der Vorstellung des neuen Betriebskostenspiegels für Deutschland. Demnach haben sich die Betriebskosten im Abrechnungsjahr 2005 um 12,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr erhöht. Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung müssen für die letzte Betriebskostenabrechnung durchschnittlich rund 288 Euro mehr zahlen. Nach Berechnungen des Mieterbundes entfallen etwa 32,4 Prozent der Gesamtwohnkosten auf die Betriebskosten.


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Zwischen Ost- und Westdeutschland bestehen hinsichtlich der Höhe der Betriebskosten deutliche Unterschiede. Denn die Heiz- und Warmwasserkosten sind im Westen rund 13 Prozent teurer, und für Grundsteuer muss in den westdeutschen Städten fast das Doppelte gezahlt werden.

Damit lägen laut Rips die Betriebskostenanteile im Osten bei 30,6 Prozent und im Westen bei 32 Prozent der Gesamtwohnkosten.

"Hauptursache für die höheren Betriebskosten sind die gestiegenen Heizkosten", erklärte der Mieterbund-Direktor. "Allerdings fällt der Anstieg spürbar niedriger aus, als es zu Beginn des Jahres oder aufgrund der Preiserhöhungen, insbesondere bei Öl, zu erwarten gewesen wäre."

Heizöl oder Gas

2005 ist der Heizölpreis durchschnittlich um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen. Für die Jahresabrechnung kam es entscheidend darauf an, wann und zu welchen Preisen der Vermieter Öl eingekauft hatte. So schwankte der Ölpreis zwischen 45 Cent pro Liter im Januar 2005 und 66 Cent pro Liter im Oktober 2005. Allerdings wird inzwischen jede zweite Wohnung schon mit Gas beheizt. Hier lag der Preisanstieg im Jahr 2005 deutlich niedriger - nämlich bei durchschnittlich 10,5 Prozent. Zu berücksichtigen sei außerdem, dass im Jahr 2005 die Heizenergieverbräuche um 5 bis 7 Prozent zurückgegangen sind. Hier machen sich offensichtlich vor allem Reparaturen und Erneuerungen von Heizungsanlagen oder Modernisierungen, insbesondere aber auch sparsameres Verhalten der Mieter bemerkbar.

außerdem ...

Während die Gebühren für Wasser und Abwasser um 5,5 Prozent anstiegen, sind die kommunalen Gebühren, das heißt Grundsteuer, Müll und Straßenreinigung, insgesamt durchschnittlich um 13,5 Prozent teurer geworden. Die höchste Steigerungsrate entfällt hier auf die Müllgebühren mit 20 Prozent.

Prognose 2006

"Die Betriebskosten sind im Jahr 2006 weiter gestiegen", erklärte der Direktor des Deutschen Mieterbundes. Zwar habe sich die Preisentwicklung bei Heizöl zwischenzeitlich beruhigt, im Jahresdurchschnitt ist Heizöl trotzdem 16 Prozent teurer geworden. Bei Gas liegt die Preissteigerungsrate fast doppelt so hoch wie im Vorjahr. Im Jahresdurchschnitt 2006 mussten für Gas 18,4 Prozent mehr bezahlt werden.

Allerdings auch diese Energiepreissteigerungen führen nicht eins zu eins zu entsprechenden Heizkostensteigerungen. Zumal auch im Jahr 2006 mit rückläufigen Verbräuchen gerechnet werden könne. Ob und wie sich die Herbsttemperaturen bzw. der milde Winteranfang tatsächlich in niedrigeren Heizkosten ausdrücken werden, hänge zudem von der konkreten Abrechnungsperiode ab. Soweit Vermieter das Kalenderjahr abrechnen, stehen den milden Temperaturen von Oktober bis Dezember 2006 deutlich niedrigere Temperaturen zwischen Januar und März 2006 gegenüber.

"Insgesamt rechnen wir mit einem Anstieg der Heizkosten von knapp 10 Prozent im Kalenderjahr 2006", prognostizierte Rips. Die Preise für ...

... lägen im Rahmen der Steigerungsraten des Vorjahres. Auch für die übrigen Betriebskostenarten, zum Beispiel für Versicherungen oder Dienstleistungen, sei von Teuerungen wie im Vorjahr auszugehen.

Prognose 2007

Zu erwarten ist, dass die Gaspreise im zweiten Quartal wieder sinken werden. Durch die Mehrwertsteuererhöhung werden Betriebskostenarten, wie Heizung, Versicherung oder Aufzug, teurer werden. Soweit Hausmeisterarbeiten oder Hausreinigung und Gartenpflege nicht von Angestellten des Vermieters übernommen werden, sondern von Drittfirmen, führt auch hier die Anhebung der Mehrwertsteuer zu höheren Betriebskosten.

"Im Durchschnitt dürften diese mehrwertsteuerbedingten Erhöhungen bei etwa 4 bis 5 Cent pro Quadratmeter und Monat liegen. Das sind für Mieter einer 80 Quadratmeter großen Wohnung 38 bis 48 Euro im Jahr", informierte Dr. Rips.

siehe auch für weitere Informationen:Nebenkosten, Betriebskosten, Betriebskostenspiegel, Deutscher Mieterbund, 2. Miete, Betriebskostenabrechnung, zweite Mieter, Heizkosten, Grundsteuer, Müll, Straßenreinigung, Müllgebühren, Energiepreissteigerungen, Strom, Wasser, Abwasser

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