(28.6.2006)
Bei
Schüco vollzieht sich seit geraumer Zeit ganz offensichtlich eine bemerkenswerte
Verschiebung der Geschäftstätigkeiten in Richtung Haustechnik: Über
beispielsweise
Luftkollektoren,
Thermosyphons,
photovoltaische Inselsysteme oder
bifaciale PV-Module aus dem Hause Schüco haben wir bereits mehrfach
berichtet. Andererseits wurde gerade der
Bauelementebereich an die Schweiker-Gruppe verkauft. Und nun ging das
Bielefelder Unternehmen im Rahmen der Intersolar 2006 einen weiteren Schritt auf
dem Weg zum Komplettanbieter für die Wärmeerzeugung in Form eines
Solarspeichers, der sich von einer Raumluftwärmepumpe unterstützen läßt. Schüco
selber positioniert das neue Gerät als solarunterstützte Raumluftwärmepumpe zur
Warmwasserbereitung. Das Interessante
an dem Gerät ist in jedem Fall die Kombination einer Wärmepumpe mit einer thermischen Solaranlage,
die die komplett von Öl oder Gas unabhängige Erwärmung des
Trinkwasserbedarfs ermöglicht - aber eben nur die Erwärmung des Trinkwasserbedarfs und nicht des
Heizungswassers! In den Sommermonaten kann also die konventionelle
Heizungsanlage komplett ausgeschaltet bleiben, da sie für die Nachheizung des
Trinkwasserbedarfs nicht benötigt wird. (Ob die Stilllegung der Heizung über
mehrere Monate so gut ist für den Kessel,
sollte im konkreten Fall mit einem Heizungsfachmann abgeklärt werden!)
Der
neue wärmepumpenunterstützte Solarspeicher verfügt über je einen
Anschlussstutzen für Ausblas- und Ansaugluft, aus der die benötigte
Umgebungswärme entzogen wird. Der Stahlspeicherbehälter - innen
emailliert nach
DIN 4753 - umfasst 300 Liter Wasser. Der Wärmeaustausch erfolgt über einen
Rohrwärmetauscher mit einer Fläche von insgesamt 1,5 m²; ein Heizstab mit einer Leistung von 1,5 kW kann den Wärmebedarf zusätzlich boostern.
Die Steuerung von Wärmepumpe und Heizstab erfolgt über ein Bedienfeld, das neben
einem Wassertemperaturregler mit Analoganzeige auch einen Relaisausgang für den
Wärmetauscherbetrieb umfasst.
Ob als wärmepumpenunterstützter Solarspeicher oder als Raumluftwärmepumpe zur Warmwasserbereitung - in beiden Fällen ist das Schüco-Gerät ein Nischenprodukt, das vermutlich nur in einem heterogen Umfeld wirklich Sinn macht - dann aber sehr wohl zur Energieeffizienz eines Heizungssystems wird beitragen können: Es bietet sich beispielsweise für den Austausch direkt beheizter Warmwasserspeicher an und eignet sich für die Kombination mit dezentralen Elektronachtspeicheröfen. Neue Möglichkeiten ergeben sich für die Altbausanierung: Große Ölkessel mit nur geringem Wirkungsgrad im Warmwasserbereich lassen sich mit der wärmepumpenunterstützten Solarspeicher gut ergänzen - sofern die Wohneinheit(en) mit einem Warmwasservorrat von 300 Litern auskommt / auskommen.
Die wirtschaftlichen Vorteile der Kombination aus Wärmepumpe und Solarspeicher sowie Solarthermie-Anlage liegen auf der Hand: Die Solarkollektoren können in der Regel den Warmwasserbedarf eines typischen Einfamilienhauses zu mehr als 60% abdecken. Der Restbedarf wird mittels Wärmepumpe über die Umgebungswärme erzeugt (ggfls. durch Mithilfe des Heizstabes), so dass auch laut Schüco-Rechnung der Stromanteil an der Warmwasserversorgung letztlich weniger als 15% betragen könnte. Die monatlichen Stromkosten zur Warmwasserbereitung lägen somit bei lediglich rund fünf Euro. Trotzdem: In den meisten Fällen wird sich die Frage stellen: Wenn schon Wärmepumpe, warum dann überhaupt noch eine konventionelle Heizung? Gleichwohl macht die Kombination aus Solarthermie und Wärmepumpe Sinn. Also wäre der nächste Schritt, die Wärmepumpe so groß auszulegen, dass auf konventionelle Heiztechnik ganz verzichtet werden kann. Die ISH 2007 in Frankfurt (6.-10.3.2007) wäre (nicht nur) für Schüco bestimmt die nächste ideale Gelegenheit, den nächsten Schritt zum Komplettanbieter für die Wärmeerzeugung zu machen und so ein System vorzustellen ...
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