(17.8.2005)
Die
hohe Relevanz von Forschung und Entwicklung für den Baustoff Ziegel in seiner
vielfältigen Anwendung betonte Dipl.-Ing. Karl-Heinz Brakemeier,
Vorstandsvorsitzender der Forschungsstelle der Deutschen Ziegelindustrie e.V.,
auf der diesjährigen Mitgliederversammlung in Köln. Abgeschlossene
Forschungsvorhaben der Vergangenheit hätten nicht nur die Spitzenpositionierung
des Ziegels als moderner, funktionssicherer und umweltfreundlicher Baustoff
bewirkt, sondern auch den aktiven Beitrag der Forschungsstelle zur
Existenzsicherung der Branche bewiesen. Deshalb sei es trotz schwieriger
wirtschaftlicher Zeiten dringend notwendig, die Arbeit der Forschungsstelle
weiterhin engagiert zu unterstützen und die produktübergreifende
Gemeinschaftsforschung zu erhalten. Er warnte davor, sich aus wirtschaftlichen
Gründen von der Forschung zu verabschieden. "Die Forschung stellt längst die
Lebensversicherung für die Ziegeleiunternehmen dar. Das, was wir privat für die
Altersvorsorge ausgeben, das müssen wir unbedingt auch in die Vorsorge unserer
Branche stecken."
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Vor der Mitgliederversammlung legte Brakemeier eine positive Bilanz des zurückliegenden Jahres vor. Insgesamt seien 17 Schlussberichte eingegangen. Davon wurden allein 12 Forschungsvorhaben aus Eigenmitteln der Forschungsstelle ganz oder teilweise finanziert sowie durch interessierte Ziegelwerke und Produktarbeitsgemeinschaften getragen. Fünf weitere Projekte größeren Umfangs wurden durch die Arbeitsgemeinschaft industrieller Forschungsvereinigung (AiF) "Otto von Guericke" e.V., Köln, finanziert. Die Durchführung der Forschungsvorhaben lag mehrheitlich beim Institut für Ziegelforschung, Essen. Inhaltliche Schwerpunkte waren die Bereiche ...
Nach Aussagen des Vorsitzenden werden die Auswertungen der Forschungsberichte den Leitungsgremien und den Mitgliedern der Forschungsstelle sowie der übrigen Ziegelindustrie zur Verfügung gestellt und ausgewählte Berichte in Fachmedien sowie auf öffentlichen Veranstaltungen publiziert. Durch dieses breite Spektrum sei "für alle interessierten Mitarbeiter der Branche der Zugang zu neuesten Forschungsergebnissen möglich. Sie können zu technischem Fortschritt und Kosteneinsparungen im Unternehmen genutzt werden." Das Themenspektrum der aktuell eingereichten Forschungsanträge reicht ...
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| ... aus der Meldung "Verkürzte Bauzeit durch Ziegel-Wandelemente" vom 19.4.2005 |
Rückblickend hob Brakemeier noch einmal die Bedeutung der AiF für die Ziegelbranche hervor. Bei den Finanzmitteln der AiF handele es sich um Gelder, die durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Arbeit zur "Förderung der Gemeinschaftsforschung der mittelständischen Industrie im vorwettbewerbsrechtlichen Bereich" zur Verfügung gestellt werden. Die für die Forschung der Ziegelindustrie allein in den letzten 20 Jahren durch die AiF bereitgestellten Mittel bezifferte er auf mehr als 11 Mio €. "Die AiF sichert damit die Basis für eine intensive Grundlagenforschung der Ziegelindustrie."
Gleichwohl sei es nach Worten des Vorstandsvorsitzenden erforderlich, auch aus den eigenen Reihen verstärkt zur wirtschaftlichen Absicherung der Forschungsstelle beizutragen. Deshalb plane man derzeit ein für alle Ziegelwerke finanziell akzeptables Organisationskonzept. Als Zielsetzung nannte er die Notwendigkeit, bei aktuellem Forschungsbedarf - z.B. beim Umweltschutz - schnell aus eigener Kraft reagieren zu können und nicht auf finanzielle Mittel warten zu müssen. Aufgabe sei nicht, Gelder bereit zu halten und zur Forschung auf die Produktgruppen "gerecht" zu verteilen. Vielmehr solle der Beirat als über alle Facetten kompetentes Beratungsgremium gemeinsam mit dem Vorstand entscheiden, welche Forschungsprojekte in Angriff zu nehmen und wie die entsprechenden Finanzierungen zu regeln sind. Im Mittelpunkt müssten beispielsweise die normenbegleitende Forschung, die Verringerung des Energieeinsatzes sowie die weitere Absenkung der Emissionen stehen. Das erstmals im Entwurf vorgestellte Konzept wird jetzt in den Gremien diskutiert und abgerundet. Auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Spätherbst soll es verabschiedet werden. Fazit: "Wir Unternehmer müssen die treibende Kraft zur Erhaltung der Gemeinschaftsforschung sein. Mit diesem Konzept kann ein neuer Start gelingen. Deshalb müssen die Ziegler alle an einem Strang ziehen, damit der Baustoff Ziegel weiterhin eine gute Zukunft hat."
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