(20.2.2005)
Bei
den Gebrauchsgegenständen unseres Alltags hat der Fortschritt die traditionellen
Metalle oft verdrängt. Den Kupferkessel in der Küche oder die Zinkwanne im
Waschhaus gibt es in Haushalten fast nur noch als wohlbehütete Nostalgiestücke.
Ganz anders verlief die Entwicklung auf dem Dach, wo Kupfer, titanlegiertes Zink
und Blei ihre Position behaupten konnten. In den letzten Jahren erlebten die
Metalldeckungen, zu denen neben den genannten Materialien auch Aluminium,
verzinkter Stahl und Edelstahl gehören, sogar eine kleine Renaissance.
Einerseits gab und gibt es einen großen Bedarf bei der Erhaltung und
Instandsetzung historischer Baudenkmäler. So manche Kirche und so manches
Schloss zeigen sich heute wieder mit einer stilvoll und denkmalgerecht sanierten
Metalldachdeckung. Andererseits hat die moderne Architektur eine vielfältige und
oft überraschende Formensprache für die Metalle gefunden. Die Werkstoffe glänzen
hier - teilweise im wahrsten Sinne des Wortes - mit sachlich-klaren Linien auf
dem Dach.
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Einen Blickfang der besonderen Art werden in Leipzig die verschiedenen Oberflächenqualitäten darstellen, die die Hersteller kontinuierlich weiterentwickeln. Kupfer gibt es beispielsweise im materialtypischen rot-braunen Glanz, aber auch mit vorpatinierter Optik. Bei deren Herstellung wird der natürliche Prozess der Patinabildung nachempfunden und das Kupfer bereits mit einem samtgrünen Farbton ausgeliefert, der sich normalerweise erst nach einigen Jahren einstellt. Ein neues Dach muss dadurch nicht offenkundig neu und metallisch glänzend aussehen. Bei der Sanierung historischer Dächer bleibt der altehrwürdige Eindruck erhalten. Vorpatinierte Oberflächen gibt es ebenso für Blei und Titanzink, wenn die Patina hier auch optisch weniger markant ist. Die Oberflächenvielfalt wird bei Aluminium durch Eloxieren, bei verzinktem Stahl durch hochwertige Pulverbeschichtungen und Einbrennlackierungen erreicht, die entweder als Standardfarben oder als objektbezogene Sonderfarben in faktisch allen Farbnuancen zur Verfügung stehen.
Metalle für Dächer und Fassaden werden heute meist als vorgefertigte Bauelemente, Profile und Tafeln angeboten, die in der Bauweise des modernen Montagebaus zu verlegen sind. Parallel dazu pflegen die Hersteller und Verarbeiter aber auch die handwerksgerechte Dachdeckung in Band- oder Leistentechnik. Das Material dafür kommt als flach gewalztes Blechband in Rollenform (Coil) auf die Baustelle und wird erst dort auf die passende Länge zugeschnitten. Die entstehenden Schare befestigt der Handwerker auf dem Dach mit Haften und verbindet sie mit speziellen Verfalzungen untereinander. Es ergeben sich sehr dezente und gediegene Verlegebilder auf dem Dach, die allein von den klaren Linienführungen der Falze strukturiert werden.
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